Von Bacalar nach Tobacco Caye

Irgendwie schon ein komisches Gefühl so an der Straße zu stehen und zu hoffen, dass der Bus auch kommt. Aber positives Denken hat ja noch nie geschadet. Und schließlich kommt der Bus auch. Erstmal steigen Leute aus, darunter einige, die uns an amish people erinnern. Unser Interesse war geweckt, denn uns war bisher nicht bewusst, dass hier auch größere amish communities leben.

Bevor wir in den Bus einsteigen, macht uns der Busfahrer darauf aufmerksam, dass wir für die Ausreise aus Mexiko pro Person 500 Pesos in bar haben müssen. Zum Glück hatten wir das bereits im Vorfeld gelesen, denn sobald man im Bus sitzt, hat man keine Möglichkeit mehr, an Bargeld zu kommen. Wer sich über diese Gebühr wundert, dem sei gesagt, dass es sich um einen absoluten Standard handelt. Bei Flugreisen in andere Länder ist sie nämlich immer schon im Ticket inkludiert.

Bis zur Grenze dauert die Fahrt ungefähr eine Stunde. Zuerst halten wir an einer kleinen Wellblechhütte, wo wir die Ausreisesteuer bezahlen und auch den dazugehörigen Stempel bekommen. Ein paar Meter weiter folgt die Einreise nach Belize. Also Gepäck mitnehmen, Formular ausfüllen und in die Schlange stellen. Dass die Laune um ca. 4:30 Uhr nicht gerade durch die Decke geht, ist völlig verständlich und so begegnen uns die Officer eher reduziert als freundlich. Nachdem wir den neuen Stempel im Pass haben geht es weiter zur Taschenkontrolle. Ein mexikanischer Mitreisender wird hier sehr streng befragt und auch die Tasche sehr genau durchsucht. Uns fragt der Officer lediglich nach Alkohol und Tabak sowie unserem Ziel in Belize. Als wir ihm von Tobacco Caye erzählen wirkt er positiv überrascht und wünscht uns eine gute Zeit – darüber hat er doch glatt die Taschenkontrolle vergessen. Also wieder ab in den Bus und weiter geht’s bis nach Belize City.

Die Busstation ist wuselig und gerade für uns noch halb verschlafene Mitteleuropäer eine kleine Reizüberflutung. Nachdem wir uns gerade auf Lateinamerika eingestellt hatten, mit seinen Rhythmen und Menschen, fällt Belize hier etwas aus dem Rahmen. Großteile der Bevölkerung haben Vorfahren, die als Sklaven aus Afrika nach Belize kamen. Und auch deutschstämmige Mennoniten gehören zu Belize.

Wir suchen erstmal einen Busplan – vergebens. Dann versuchen wir an Bargeld zu kommen. Doch der nächste Automat ist wohl mehrere hundert Meter entfernt und so entscheiden für uns dafür ein paar US Dollar zu tauschen. Eine Aktion, die wir uns hätten sparen können, denn in Belize kann man sowohl mit US Dollar als auch Belize Dollar problemlos zahlen – der Kurs ist einfach 2:1. Jetzt haben wir zwar Bargeld, aber wissen noch nicht wo und wann es weiter geht nach Dangriga. Also durchfragen. In Belize überhaupt kein Problem, Englisch ist hier Landessprache da Belize zum britischen Commonwealth gehört, auch wenn das kreolische Englisch eher an das jamaikanische Patois erinnert. Wir haben Glück und gleich die erste Frau, die wir fragen hilft uns weiter und wartet sogar genau auf den gleichen Bus. Dieser kommt auch keine fünf Minuten später und Dank der Zeitumstellung von Mexiko zu Belize haben wir sogar noch eine Stunde eingespart.

Im Vorfeld hatten wir schon viel von den Chicken Buses gelesen und auf der Fahrt durchs Land auch schon ein paar gesehen. Der Respekt vor einigen Stunden in einem alten US Schulbus war also groß. Als der Bus dann losfährt und auf dem Bildschirm „Kevin – Allein zu Haus anfängt“ kann die Fahrt aber kaum noch besser werden. Und so unbequem wie befürchtet ist es auch nicht. Bezahlt wird ganz einfach direkt im Bus.

In Belize fahren alle Busse über die Hauptstadt Belmopan, was vielleicht nicht der direkteste Weg ist, aber so sieht man auf der Fahrt auch einiges vom Land. Schließlich kommen wir in Dangriga an. Um zu unserem vereinbarten Treffpunkt, dem Riverside Cafe, zu kommen müssen wir nur die Main Street entlang bis zum North Stann Creek. Auf dem Weg ist auch eine Bank, an der wir uns mit ein paar Belize Dollar versorgen. Von hier aus geht es mit einem kleinen Motorboot raus aufs Meer und wir können nur erahnen was uns erwarten wird. Nach ca. einer halben Stunde geht der Skipper vom Gas und wir schippern auf das kleine Eiland Tobacco Caye zu und sind sprachlos. <3

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.