Dublin – welcome to beer paradise

Irlands Hauptstadt ist im Vergleich zu anderen europäischen Großstädten mehr als übersichtlich. Sie zählt gerade mal eine halbe Million Einwohner und zieht sich über eine Fläche von 115 km². Zum Vergleich: In Hamburg sind es 1,8 Millionen auf 755 km².

Die Preise für Unterkünfte sind in Dublin allerdings ganz und gar nicht kleinstädtisch. Wer halbwegs „günstig“ übernachten möchte, muss ins Hostel gehen. Wir haben uns aufgrund der guten Bewertungen bei Booking.com für das Isaacs Hostel in der Frenchman’s Lane entschieden.

Das Gebäude erreicht man von der Busstation an der Connolly Station in wenigen Minuten. Dort hält auch der Airlink-Bus 747, mit dem man vom Flughafen aus für 12 Euro (hin und zurück, Ticket am Airport kaufen) in die Stadt fahren kann, was natürlich sehr praktisch ist. Das Hostel befindet sich in einer kleinen Gasse, angeblich in den Gemäuern einer alten Weinhandlung aus dem 19. Jahrhundert. Die Räumlichkeiten sind wirklich charmant, genau wie die Leute, die einen sehr herzlich in Empfang nehmen. Aber wie gesagt: Die Zimmer sind far away von günstig. Für ein Bett im 16er-Dorm legt man 29 Euro/Nacht auf den Tisch, für ein Doppelzimmer mit Hochbett ganze 104 Euro – wow. Dazu gibt’s hellhörige Räume, extrem kleine Gemeinschaftsbäder und Föhn-Stationen, die ab 5 Uhr morgens in Betrieb sind, direkt vor dem Zimmer. Total okay für ein bis zwei Nächte, aber trotzdem anstrengend, wenn einem gesunder Schlaf heilig ist. Frühstück gibt’s dafür gratis dazu, aber ob man von Toast mit Marmelade nun glücklich wird… naja. Wir haben uns für das Lemon Jelly Café entschieden, das von TripAdvisor empfohlen wurde. Leckeres irish breakfast mit Bohnen, Bacon, Eggs und Toast. Deftig, perfekt bei Kater.

Die Lage des Isaac Hostels ist dafür aber wirklich gut. In weniger als zwei Minuten gelangt man zum Liffey River, der die Stadt durchzieht. Von seiner Promenade aus gelangt man zu vielen Sehenswürdigkeiten Dublins, angefangen mit dem imposanten Custom House, in dem die Bundesbehörde sitzt, dem Irish Immigration Museum und der berühmten O’Connel Bridge, der einzigen Brücke Europas die breiter als lang ist. Auch die Samuel Becket Bridge, die wie eine Harfe aussieht, kann man von hier aus besuchen, genau wie die Ha‘ Penny Bridge oder das Museumsschiff Jeanie Johnston. Am besten spaziert man einfach am Flussufer entlang und lässt sich treiben.

Bild von Claire Tardy auf Pixabay

Je näher man der Innenstadt kommt, desto mehr typisch irische Pubs und Sportsbars kreuzen das Blickfeld. Einen Pub zu finden, in dem es nicht vor Touristen wimmelt, ist allerdings gar nicht so einfach. Die Bars in Temple Bar, Dublins Ausgeh-Viertel, sind auf jeden Fall voll davon. Und „voll“ sind sie ebenfalls alle, in jeder Hinsicht, egal um welche Tageszeit. Irische Livemusik läuft in jeder von ihnen, das Publikum ist überwiegend männlich, die Preise mit 7 bis 8 Euro pro Bier ordentlich. Aber Touristen hin oder her – hier kann man trotz allem einen richtig guten Abend verbringen, von Tresen zu Tresen tingeln, Menschen beobachten und 23-mal den selben Song hören: The Wild Rover (No, Nay, Never).

Wir haben uns irgendwann im „The Old Storehouse Bar and Restaurant“ festgetrunken, in dem mindestens einmal die Stunde auf dem Holztresen gesteppt wird. Essen kann man in Temple Bar ebenfalls sehr gut, empfohlen sei hier das „The Pieman Cafe“, das allerding nur tagsüber geöffnet hat, aber sehr leckere, herzhafte Pies mit Gravy anbietet.

Ansonsten ist Dublin natürlich auch für seine Sportsbars bekannt. Irgendwo läuft immer Fußball, national, international, morgens, mittags, abends. Im „Bad Ass Café“ wird jede Menge gezeigt, angeblich auch Spiele des FC St. Pauli, aber nicht wenn Celtic spielt, so zumindest unsere Erfahrung. Im Woolshed Baa & Grill, auf der anderen Seite des Flusses, haben wir dann aber schließlich das Fußball-Paradies schlechthin gefunden. Premier League, Serie A, La Liga, Bundesliga – hier läuft fast alles. Nur 2. Bundesliga mittags um 13 Uhr leider nicht.

Guiness-Brauerei

Wer mehr Lust auf Sightseeing hat, setzt sich am besten in einen der vielen roten Doppeldeckerbusse. Klar, die Stadt allein zu erkunden, macht deutlich mehr Spaß, aber wer nur ein Wochenende da ist, darf sich ruhig auf die Hop-on-hop-off-Touri-Schaukeln verlassen. Sie fahren durch jede noch so entlegene Ecke der Stadt, vorbei am Zoo, dem Friedhof, der Guiness-Brauerei, der St. Patrick’s Cathedral und dem Trinity College. Bleibt man sitzen, dauert die Fahr ungefähr zwei Stunden. Wir haben uns gegen die hohen Eintrittspreise im Guiness Store House und für einen Spaziergang über das wirklich schöne College Gelände entschieden. Hier kann man auch das älteste Buch der Welt anschauen. Spannend, kostet allerdings Geld. Ansonsten scheint das Gefängnis einen Ausflug wert zu sein, haben wir aber leider nicht gesehen.

Trinity College

Wenn man schonmal in Dublin ist, sollte man auch eine Tagestour nach Nordirland machen, um wenigsten einen kleinen Eindruck von diesem wunderschönen Land zu bekommen. In der ganzen Stadt werden immer wieder Game of Thrones-Touren angeboten, die alle zwischen 50 und 60 Euro kosten und vorbei an Belfast an die irische Küste führen. Wir haben unsere Tour im Office von Dublin Sightseeing gebucht – und abgesehen davon, dass die Fahrt wirklich toll war, war unser Fahrer wirklich anstrengend. Unmöglicher Sound im Bus, sexistische Flachwitze und kaum brauchbare Infos – falls ihr also auch auf eine solche Tour gehen möchtet: Kopfhörer mitnehmen und nicht bei Dublin Sightseeing buchen. Unsere Fahrt entspach ungefähr dem Programm dieses Anbieters: Giant’s Causeway, Carrick-a-rede Rope Bridge und Dark Hedges. Der bestmögliche Eindruck den man von Irland an einem Wochenende bekommen kann.

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