Die ultimative Packliste für den Jakobsweg

PacklisteJakobsweg

Wer auf Reisen geht, gibt sich vor Abflug die allergrößte Mühe an absolut ALLES zu denken. Die meisten schreiben Packlisten. Jede noch so unwahrscheinliche Eventualität wird mit einberechnet, was grundsätzlich gar keine üble Idee ist.

Beim Pilgern meint man ebenfalls auf alles vorbereitet sein zu müssen – aber lasst euch gesagt sein: Das ist absoluter Bullshit. Denn ihr müsst das ganze tolle Zeug jeden verdammten Tag durch die Gegend tragen. Bergauf, bergab, manchmal bis zu 10 Stunden lang, und gerne mal bei 35 Grad.

Diese Packliste für den Jakobsweg hat sich wirklich bewährt:

  • Pilgerausweis: Rechtzeitig beantragen, zum Beispiel hier: KLICK
  • Reiseführer: Die Bücher von Raimund Joos haben sich als hervorragende Begleiter erwiesen. Es gibt sie für alle relevanten Wege, wie den Camino Francés, den Camino del Norte und den Camino Portugues
  • Rucksack: Wer schon einen gut sitzenden Backpack hat, nimmt natürlich den. Alle anderen lassen sich am besten im Fachhandel gut beraten, denn: Jeder Rücken ist anders und hat unterschiedliche Bedürfnisse. Wer nicht zu Globetrotter gehen möchte, wählt Decathlon. Ich persönlich hatte bei beiden Reisen einen Deuter-Rucksack, den ich allerdings nach Bedbug-Befall zurücklassen musste. Jetzt habe ich mir diesen Osprey-Rucksack gegönnt: KLICK
  • Wanderschuhe: Ich würde immer wieder mit festen, hochwertigen Wanderschuhen laufen, die bei Globetrotter (Mein Modell war von Meindl: KLICK) schonmal um die 200-250 Euro kosten können. Allerdings bewahren auch sie euch nicht vor Blasen, wenn die Schuhe nicht ordentlich (!) eingelaufen sind. Sie geben euch jedoch Halt und schützen vorm Ab- und Umknicken, wenn es über Stock und Stein geht (wie auf dem Camino der Norte). Viele Pilger schwören auch auf Trekking-Sandalen oder ganz einfach simple, leichte Turnschuhe. Meine eintägige Erfahrung mit Turnschuhen auf unwegsamem, bergigem Terrain: äußerst unsicher und wackelig!
  • FlipFlops: Die meisten Duschen sind nicht gerade… sauber. Mit FlipFlops schützt ihr euch vor Fußpilz und Co. Außerdem könnt ihr sie abends nach dem Wandern tragen und Luft an die Füße lassen.
  • 2 Wander-Outfits. Heißt: Funktionsshirt (ja, die sehen doof aus, aber Baumwolle klebt nunmal am Körper und wird immer und immer schwerer durch den Schweiß), Funktions-Hose (am besten mit Reißverschluss an den Beinen, sodass man daraus eine kurze Hose machen kann), atmungsaktive Unterwäsche, hochwertige Socken (siehe nächster Punkt)
  • Socken: Bitte spart nicht an den Socken. Eure Füße sind euer höchstes Gut! Ich empfehle euch Woll-Socken von Globetrotter (am besten beraten lassen). Die muss man nämlich nicht jeden Tag waschen (ja, und es ist nichtmal eklig) und sie trocknen schnell. Ich hatte auch ein Paar WrightSocks mit Pilger-Muschel dabei. Die waren bequem, aber leider auch keine Anti-Blasen-Garantie.
  • Blasenpflaster: Von Compeed, und zwar jede Menge. (3 Pakete mindestens)
  • Blasen-Op-Material: Viele Pilger schwören auf das eigenständige Verarzten von Blasen, vor allem, wenn sie sehr, sehr großflächig sind und einem bei jedem Schritt die Tränen in die Augen treiben. Dazu braucht man Desinfektionsspray, eine sterile Nadel und einen sterilen Faden. (Stelle desinfizieren, Nadel und Faden durch die Blase ziehen und den Faden drin lassen, so dass das Sekret raussickern kann. Haut auf keinen Fall entfernen!) Aber Vorsicht: Die Entzündungsgefahr ist nicht unerheblich. Wird die Stelle rot und pocht, besser umgehend einen Arzt aufsuchen.
  • Hirschtalg aus der Drogerie (jeden Abend vorm Schlafengehen auf die Füße auftragen. Am besten schon drei Wochen vor Abreise zur Vorbereitung)
  • Schlafsack (platzsparend) und ein dünnes Inlay (für heiße Nächte)
  • Ein schnelltrocknendes Handtuch
  • Eine Kollektion normale Kleidung: falls ihr in den großen Städten doch mal Lust auf den Normalo-Look habt. Aber auch hier gilt: platzsparend denken. Kurze Hose oder Rock + Tshirt.
  • Wenn ihr einen Küstenweg lauft: Badesachen.
  • Sonnencreme (30 oder 50 LSF)
  • Regenschutz für den Rucksack
  • Regenjacke + Fließjacke (Zwiebel-Look-kompatibel)
  • Dünnes Halstuch (im Winter Handschuhe, Mütze)
  • Handy-Ladekabel, GPS-fähiges Smartphone, ggf. kleine und leichte Power-Bank
  • Taschenmesser (mit Korkenzieher und Flaschenöffner)
  • Wanderstöcke (ja, sehen doof aus, aber sie stützen eure Gelenke und helfen beim bergauf und bergab gehen). Dazu: Gummi-Nupsis für die Füße (das dämpft das nervige Klick, Klack, Klick, Klack).
  • Rei aus der Tube + zehn Wäscheklammern
  • Zipper-Beutel (einen für dreckige Wäsche, einen für saubere Wäsche, einen für Kosmetik
  • Kosmetik: 2in1-Shampoo, Zahnbürste, Zahnpasta im Klein-Format (zwischendurch könnt ihr Nachschub kaufen). Ich persönlich hatte auch noch Fenistil (gegen Mückenstiche) und einen Mascara dabei (für ein Stück Normalität)
  • Medikamente: Ibuprophen 400, Pflaster
  • Mein Tipp: Bauchtasche für die Hüfte. Hier drin ist alles Wichtige sofort griffbereit, wie…
  • Handy, Müsliriegel, Ausweis, Sonnenbrille, Geld, EC-Karte
  • Trinkflasche (alternativ tut’s aber auch die 1,5 Liter PET-Flasche)

Verpflegung unterwegs:
Wasser (3 Liter), Müsli-Riegel, Milchbrötchen, frisches Baguette oder Brot, ganze Salami

Zu Hause lassen: Wäschleinen, Extra-Schuhe und Jacken, Vitamin-Tabletten, teure Power-Riegel und alles, was lange braucht, um zu Trocknen oder Platz wegnimmt (Kapuzen-Pullis, Jeans) –> Am Ende zählt jedes Gramm! Ich rate auch von Trinkblasen ab, auch wenn viele Leute darauf schwören – denn: normale Plastik-Flaschen tun es auch.

Und jetzt: Buen Camino & viel Spaß mit dieser Packliste für den Jakobsweg

PacklisteJakobsweg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.