Cluburlaub auf Kreta. Ja, genau. Cluburlaub! 😎 🌴

Zimmer mit Pool- UND Meerblick
Zimmer mit Pool- UND Meerblick

Cluburlaube sind eigentlich überhaupt nicht mein Ding. Mir ist ein gut geplantes Abenteuer mit Zelt und Luftmatratze einfach lieber, als eine sterile Anlage, in der sich die Leute rund um die Uhr bedienen lassen. Aber hey, auch ICH lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen. Wer weiß, vielleicht ist es ja gar nicht so übel im Cluburlaub und mein Zelt landet bald in den ewigen Jagdgründen…

Als ich mit meinem Backpack in die eindrucksvolle Eingangshalle des Club-Hotels „Candia Maris“ auf der griechischen Insel Kreta stapfe, bin ich allerdings noch immer mehr als skeptisch. Passe ich hier wirklich rein? Doch das Personal strahlt mich an, als wäre ich ab sofort ihr neuer Lieblingsgast und empfängt mich mit einem herzlichen „Kalimera“, was „Guten Tag“ auf Griechisch heißt. Und ohne zu fragen wird mein Rucksack umgehend auf mein Zimmer getragen. Was für ein Service, den bin ich vom Campingplatz auf jeden Fall nicht gewohnt! Toll!

Aber ich bleibe trotzdem kritisch. Ich kenne schließlich all die Klischees, die Urlaubern in diesen Hotels anhaften: Handtücher auf den Pool-Liegen, feucht-fröhliche Bauch-Beine-Po-Kurse mit Pool-Nudeln, nervtötende Animation zu Chart-Musik am Beckenrand. Und dazu gibt’s nonstop bunte Drinks mit Schirmchen-Deko – all inclusive natürlich.

Griechischer Wein
Griechischer Wein

Um dieses Vorurteil zu überprüfen, mache ich mich – mit dem Schlimmsten rechnend – erstmal auf zum Pool. Und werde erneut überrascht. Keine nervige Musik, jede Menge freie Liegen und alle Hotelgäste sind tiefenentspannt: sonnen sich, lesen, hören Musik oder freunden sich mit ihren Liegen-Nachbarn an. Gut: In der Ferne machen ein paar Gäste Aerobic, während andere sich bei Yoga-Übungen verrenken. Aber wenn sie das weit weg von mir machen und nicht direkt vor meiner Nase rumhampeln, soll es mir egal sein. Aber so wie es aussieht, kann ich mich hier tatsächlich ganz entspannt zurücklehnen und faulenzen.

Von der Pool-Anlage sind es zum Glück auch nur ein paar Meter bis zum Meer. Fünf Minuten, länger bin ich nicht unterwegs. Zum ersten Mal seit einer Ewigkeit bin ich wieder an einem Privatstrand. Und der Unterschied ist entscheidend. Es ist sauber und ruhig. Statt heulender Kinder hört man nur die  Wellen rauschen. Vor mir liegt das türkisblaue Meer, links und rechts kilometerweiter weißer Sandstrand. Ich liege ganz entspannt auf einer blauen Liege, mein Hotel-Handtuch im Nacken, einen Sonnenschirm über mir und einen bunten Cocktail in der Hand. Hallo Klischee, schön dich kennenzulernen. Ich glaube, du bist gar nicht so übel, wie ich immer dachte.
Hafen von Heraklion
Hafen von Heraklion

Nach zwei Tagen Club-Idylle am Pool und am Strand treibt es mich zurück ins Leben. Irgendwann hat man halt einfach genug entspannt und jedes Club-Gewässer mehrfach durchquert. Zum Glück ist Heraklion, die größte Stadt Kretas, nur wenige Kilometer entfernt. Zu Fuß schlendere ich mit einem Eis in der Hand durch die schnuckelige Innenstadt, die wirklich sehr charmant ist. Die bunten, regionalen Märkte und die kleinen Lädchen sind genau mein Ding. Hier könnte ich ewig verweilen. Am besten gefallen mir jedoch der alte Hafen, in dem das Meer so schön türkis schimmert, und die 4 Kilometer lange Festungsmauer, an der man stundenlang spazieren kann.

Als ich am Abend zurück ins Hotel komme, schnappe ich mir spontan noch ein Glas Rotwein, gehe an den Pools vorbei hinunter zum Strand und lasse mich in den Sand fallen. Die Wellen wiegen sich sanft hin und her und glänzen im Licht der untergehenden Sonne. Und ich bin plötzlich sehr, sehr glücklich, etwas Neues ausprobiert zu haben, was ich vorher abgelehnt habe. Cluburlaub wird vermutlich nie so ganz mein Ding sein, aber wer entspannen und sich verwöhnen und betüddeln lassen möchte, ist hier genau richtig. Ab und zu kann man sich diese Art des Urlaubmachens ruhig mal leisten.

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